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Antonín Dvořák: «Stabat Mater»

 

Antonín Dvořák (1841-1904), aufgewachsen in Böhmen, erhielt bereits als Sechsjähriger Unterricht in Violine und Gesang. Mit 16 Jahren besuchte er die Prager Orgelschule und erlangte nach zweijähriger Studienzeit 1859 das Organistendiplom. In den folgenden Jahren arbeitete er als Organist und erteilte Unterricht. Durch seine Tätigkeit als Bratschist im Orchester des Interimtheaters Prag kam er mit der Musik von Bedrich Smetana in Berührung. Zu dieser Zeit veröffentlichte er seine ersten Kompositionen: Streichquartette, Opern, Lieder.
Während sich seine frühen Werke an den klassischen Kompositionen von Mozart und Beethoven orientierten, wurde Dvořák in der Folge mehr von Franz Liszt beeinflusst. Er verarbeitete aber in seinen Kompositionen auch Volksmusik mit Melodien und Klängen seiner Heimat und entwickelte so seinen eigenen charakteristischen Kompositionsstil.

Als gläubiger Katholik hinterlässt Dvořák nur wenig sakrale Werke. Sein frühestes Werk, das Stabat Mater, gehört aber mit Sicherheit zu den eindrucksvollsten oratorischen Werken, das sich auch in der Gegenwart grösster Beliebtheit erfreut.
Dvořáks Anreiz zur Arbeit an diesem Werk war kein Kompositionsauftrag, sondern erfolgte aus freiem Entschluss. Die Entstehung beruht auf einer ganz persönlichen emotionalen Situation und ist von mehreren Schicksalsschlägen in seinem Leben gezeichnet. Im Dezember 1875 starb seine Tochter Josefa zwei Tage nach der Geburt. Dvořák fertigte zwischen Februar und Mai 1876 erste Skizzen zum Stabat Mater an. Bald darauf legte er diese Arbeit beiseite, um sich andern Werken zu widmen. Im August 1877 starben innerhalb weniger Tage seine elf Monate alte Tochter Ruzena an einer Vergiftung und der vierjährige Erstgeborene Otakar an Windpocken und liessen Dvořák und seine Frau kinderlos zurück.

In der Trauer um seine Kinder wandte sich Dvořák mit intensiver Schaffenstätigkeit erneut der unvollendeten Partitur des Stabat Mater zu. Er verarbeitete seinen Seelenschmerz, indem er dieses ergreifende Werk in nur zwei Monaten, am 18. November 1877, fertig stellte. Es gelang ihm, mit Hilfe von Solisten, Chor und Orchester seinem eigenen Schmerz auf beeindruckende Art und Weise Ausdruck zu verleihen. Die Uraufführung fand am 23. Dezember 1880 in Prag statt. --> Ach die lieben Kommas? Ich bin nicht ganz sattelfest, frage aber zur Sicherheit bei dir nach, ob sie nötig sind...

Grundlage für das Stabat Mater ist die lateinische Sequenz vom Fest der „Schmerzhaften Mutter Maria“, die das Leiden der Gottesmutter Maria angesichts des Kreuzigungstodes Jesu beschreibt. Der Text, der aus dem 13. Jahrhundert stammt, wird dem Franziskanerpater Jacopone da Todi zugeschrieben.
Die zwanzig Strophen der Dichtung gliedert Dvořák in zehn in sich abgeschlossene Teile. Die beiden Ecksätze sind als einzige thematisch miteinander verbunden und bilden den Rahmen dieser geistlichen Kantate. Mit grosser Sensibilität geht Dvořák musikalisch auf die unterschiedlichen Stimmungsgehalte des liturgischen Textes ein. Neun Sätze im langsamen bis gemässigten Tempo sind eine Art Passionsmeditation. Das Ende des zehnten und letzten Satzes erreicht einen strahlenden Klanghöhepunkt und verspricht die Herrlichkeit im verheissenen Paradies.

ls